Auf der Südseite der St. Barbarakirche schließt sich das Kirchhöfle an.
Dieses wurde bereits in der ersten Harburger Gemeindeordnung von 1495 als „Freyung“ – also Freistätte beschrieben. Hier hatten Verfolgte und auch Verbrecher vorübergehend einen sicheren Zufluchtsort.
Schon vor der Reformationszeit wurde dieser Bereich als Friedhof angelegt. Es mag schon bald der Brauch aufgekommen sein, in diesem kleinen Gottesacker nur die Honoratioren des Orts und deren Kinder zu bestatten. Daher stammt der Ausdruck „das adelige Kirchhöfle“. Hier wurden also die gräflichen und fürstlichen Beamten samt ihren Angehörigen beigesetzt, wie noch einige Epitaphien von Mitgliedern der Oberamtmannsfamilien an der Südwand der Kirche zeigen (v. links n. rechts):
Elisabeth von Hersperg zu Wöllwarth, geb. Huslin (um 1589)
ANNO DOM. 1589 DEN 21. // APRILIS STARB DES EDLEN UND VÖSTEN FRIEDRICH VON HERSPERG [ZU HARBURG // EHELICHE HAUSFRAU ELISABETH GEBORNE HUSLIN]
Friedrich von Hersperg zu Wöllwarth (um 1607)
ANNO 1607 DEN 21. // FEBRVARII STARB DER EDEL UND VEST FRIEDRICH VO HERSPERG // ZU WÖLLWARTH GEWESENER // AMPTMAN ALHIE 27, JAR, S.A. 68 J. DE GOTG.
Sidona Henrika Schott von Schottenstein (um 1766)
Johann Wilhelm Schott von Schottenstein (um 1773)
Außerdem fanden im Kirchhöfle im Jahr 1704 einige gefallen Offiziere nach der Schlacht am Schellenberg bei Donauwörth ihre letzte Ruhestätte. Darunter meist solche aus braunschweigischen und mecklenburgischen Regimentern. Erwähnt seien Oberstleutnant v. Kropp, die Rittmeister v. Birkholz, A.W.v. Reinau, Joh. Christoph Schuster, Kapitän Christoph Philipp v. Roth, Major Friedr. v. Roth, Lieutenant L.E. Schmölling.
